ADHS und Autismus

Neben der Behandlung unterschiedlicher psychischer Belastungen und Erkrankungen biete ich auch Diagnostik bei Verdacht auf ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) oder Autismus-Spektrum-Störung an. Darüber hinaus behandle ich Erwachsene, bei denen bereits eine entsprechende Diagnose vorliegt.

ADHS und Autismus beschäftigen mich seit vielen Jahren – sowohl fachlich als auch aufgrund vielfältiger Erfahrungen im beruflichen und persönlichen Umfeld.

Viele Erwachsene suchen erst spät nach einer Erklärung für Schwierigkeiten, die sie möglicherweise bereits seit ihrer Kindheit oder Jugend begleiten.

Dies gilt insbesondere für Menschen, die sich fragen, ob ADHS oder Autismus ihre bisherigen Erfahrungen mit beeinflusst haben könnte. Viele berichten, dass sie früh gelernt haben, Schwierigkeiten zu kompensieren, zu maskieren und sich an die Erwartungen ihrer Umgebung anzupassen. Nach außen wirken sie häufig leistungsfähig und gut organisiert, während die damit verbundenen Anstrengungen für andere oft unsichtbar bleiben. Innerlich erleben sie nicht selten einen hohen Kraftaufwand und Erschöpfung oder haben den Eindruck, den Anforderungen des Alltags nur mit erheblicher Anstrengung gerecht werden zu können.

In den vergangenen Jahren ist zudem deutlicher geworden, dass sich ADHS und Autismus nicht bei allen Menschen gleich zeigen. Insbesondere Frauen erhalten ihre Diagnose häufig erst im Erwachsenenalter, da Merkmale oft weniger offensichtlich erscheinen oder durch hohe Anpassungsleistungen verdeckt werden.

Nicht selten liegen bereits andere Diagnosen, unterschiedliche Behandlungsversuche oder lange persönliche Leidenswege vor. Manche Menschen haben bereits mehrere Therapien in Anspruch genommen, ohne dass ihre Schwierigkeiten ausreichend erklärt werden konnten. Andere erleben erstmals den Verdacht, dass ADHS oder Autismus zu ihrem Erleben beigetragen haben könnte. In solchen Situationen entsteht häufig der Wunsch nach einer fundierten diagnostischen Abklärung und einem besseren Verständnis der eigenen Lebensgeschichte.

Eine sorgfältige Diagnostik kann dabei helfen, bisherige Erfahrungen, Stärken, Belastungen und wiederkehrende Schwierigkeiten in einen verständlicheren Kontext zu bringen. Dabei geht es nicht darum, Menschen auf eine Diagnose zu reduzieren, sondern darum, mehr Klarheit, Selbstverständnis und Orientierung für den weiteren Lebensweg zu gewinnen.

Diagnostik

Ich biete diagnostische Abklärungen bei Verdacht auf ADHS oder Autismus im Erwachsenenalter an.

Ziel der Diagnostik ist es, bestehende Fragestellungen sorgfältig zu prüfen und mehr Klarheit über mögliche Zusammenhänge zwischen aktuellen Beschwerden und individuellen Besonderheiten zu gewinnen.

Diagnostische Leistungen biete ich derzeit an für:

•  gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten

• privat versicherte Patientinnen und Patienten

Eine Diagnostik für Selbstzahlerinnen und Selbstzahler biete ich derzeit nicht an.

Ablauf der Diagnostik

Die diagnostische Abklärung erfolgt in mehreren Schritten und umfasst unter anderem ausführliche Gespräche, standardisierte Testverfahren sowie die Einbeziehung biografischer Informationen und – soweit vorhanden – früherer Befunde.

Je nach Fragestellung kann die Diagnostik unterschiedliche Bausteine beinhalten. Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, wird individuell besprochen.

Weitere Informationen zum Ablauf, zu den erforderlichen Unterlagen sowie zu organisatorischen Fragen erhalten Sie gerne auf Anfrage.

Fragen zur Diagnostik?

Wenn Sie sich für eine diagnostische Abklärung interessieren, können Sie mich gerne per E-Mail kontaktieren. Informationen zum Ablauf, zu den Voraussetzungen sowie zu aktuell verfügbaren Terminen sende ich Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Psychotherapie

ADHS und Autismus gehen mit spezifischen neurobiologischen Besonderheiten einher, die sich auch auf therapeutische Prozesse auswirken können. Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, Reizverarbeitung, Selbstorganisation oder die Umsetzung neuer Strategien funktionieren häufig anders, als dies in vielen psychotherapeutischen Konzepten vorausgesetzt wird.

Daher kann es sinnvoll sein, therapeutische Methoden an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Dazu gehören beispielsweise eine klare Struktur, Visualisierungen, alltagsnahe Strategien sowie die Berücksichtigung persönlicher Stärken und Ressourcen.

Gerade Menschen mit ADHS und/oder Autismus  erleben häufig, dass gut gemeinte Ratschläge oder Strategien zwar nachvollziehbar erscheinen, sich im Alltag jedoch nur schwer umsetzen lassen. Oft geht es deshalb weniger darum, was getan werden sollte, sondern vielmehr darum, gemeinsam herauszufinden, welche Strategien unter den individuellen Voraussetzungen eher zum gewünschten Ziel führen könnten.

Auch bei Autismus können individuelle Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweisen, sensorische Besonderheiten sowie unterschiedliche Bedürfnisse im zwischenmenschlichen Kontakt für die therapeutische Arbeit von Bedeutung sein.

Ziel ist es, gemeinsam ein besseres Verständnis für die eigenen Besonderheiten zu entwickeln und individuelle Strategien zu erarbeiten, die im Alltag, im Beruf und in Beziehungen tatsächlich hilfreich und umsetzbar sind.